Unsere Kirche (Kirchenschiff 1879) steht an exponierter Stelle inmitten des alten Teils von Grenzhausen. Der älteste Teil der Kirche ist der romanische Wehrturm, der ins 12. Jh. zurückreicht. Bemerkenswert sind sein barocker Helm (1733) und die Wetterfahne. Bis zur Zeit der Reformation gehörte die Kirche wie die Kapelle in Höhr zum kath. Vallendarer Kirchspiel. 1577 übernahm der Graf zu Wied das Patronat in Grenzhausen und ward von da an protestantisch. Höhr gehörte weiterhin zum Regierungsbezirk des Bischofs von Trier. Durch diese Situation entstanden große Spannungen in der Bevölkerung zwischen dem katholischen Höhr und dem evangelischen Grenzhausen, die nach Erzählungen bis in die Mitte des 20. Jhdt. anhielten. Von 1655 -1729 gehörte die Grenzhäuser Pfarrei zu Alsbach. Den ersten eigenen Prediger bekam Grenzhausen 1720. Bezahlt wurde der Prediger Johann Friedrich Andrae aus der Remy'schen Stiftung, ein Vallendarer Kaufmann, der zuvor in Grenzhausen Eulnermeister (Töpfermeister) war. Der Kirchhof (Friedhof) existierte bis 1843 um die Kirche herum und wurde dann nach außerhalb, dem heutigen Stadtpark verlegt. Nach dem Abriss des ursprünglichen Kirchenschiffes wurde 1879 an den Turm ein neugotisches Kirchenschiff angegliedert. 1969 wurde die Umgebung der Kirche neu gestaltet. Es wurde dabei eine alte Schule und das Küsterhaus aus dem 18.Jhd. abgerissen, welches damals auch aus der Remy'schen Stiftung bezahlt wurde.
Datierung unseres Kirchturms: Das Erbauungsjahr für den Wehrturm unserer Kirche konnte wissenschaftlich festgestellt werden. Es gibt ein Verfahren, das mit Hilfe von Bohrungen in das Holz, anhand der Jahresringe feststellen kann, in welchem Jahr ein Baum gefällt wurde. Die Untersuchung hat ergeben, dass unser Turm um das Jahr 1178 erbaut wurde. Der barocke Turmabschluss ist im Jahre 1733 gebaut worden.